Der Hase, der sich selbst neu erfand
Ich war einmal ein flaches Stück Papier, weiß und unbeschrieben. Geschickte Hände falteten mich, gaben mir Form, Leben und Identität. Ein Hase wurde ich, ein Origami-Wunder aus hauchdünnem Papier.
Meine Existenz war zerbrechlich. Jeder Regentropfen eine Bedrohung, jeder Windhauch eine Gefahr. Ich lebte in ständiger Angst vor dem Zerreißen oder Verblassen.
Dann kam der Tag meiner Verwandlung. Mein Schöpfer betrachtete mich lange und entschied: "Du verdienst es, für immer zu leben." In einer Werkstatt voller Funken und Hitze wurde ich neu geboren. Meine Papierhaut wurde zur Blaupause für etwas Beständigeres.
Heute stehe ich einen Meter hoch, aus Blech geformt, meine Lauscher gerichtet auf die Bühne im Tal X.
Meine Ohren ragen stolz in die Höhe, meine Konturen sind dieselben geblieben, aber meine Substanz hat sich verändert. Ich bin nicht mehr zerbrechlich, sondern stark. Nicht mehr flüchtig, sondern dauerhaft.
In vielen Kulturen symbolisieren Hasen wie ich Fruchtbarkeit, Wiedergeburt und Verwandlung. Wie passend, denn meine Geschichte ist genau das: eine Geschichte der Metamorphose. Vom vergänglichen Papier zum beständigen Metall, aber immer noch unverkennbar ich selbst.
Wenn Menschen mich betrachten, sehen sie nicht nur einen Metallhasen. Sie sehen die Möglichkeit der Veränderung und die Schönheit der Beständigkeit. Ich bin ein Zeuge dafür, dass wir unsere Essenz bewahren können, selbst wenn sich unsere äußere Form wandelt.
Achtsam lausche ich, was sich so alles tut im Tal...