Gefühlskörper – Skulpturen emotionaler Zustände

Mit der Werkreihe „Gefühlskörper“ setze ich mich mit der körperlichen Dimension von Emotionen auseinander – mit der Frage, wo Gefühle im Körper wohnen, wie sie sich zeigen, wie sie Gewicht, Richtung oder Form annehmen können. Entstanden ist eine Serie von acht kleinen Skulpturen, jeweils etwa 60 cm hoch, die in reduzierter Form Körpersilhouetten darstellen.

Die Figuren bestehen aus gebogenem, rostigem Draht – ein Material, das auf den ersten Blick rau und spröde wirkt, aber zugleich eine gewisse Fragilität und Offenheit mitbringt. Der rostige Draht trägt Spuren von Zeit, von Veränderung, von Verletzlichkeit – Eigenschaften, die auch Emotionen anhaften. Die Körper selbst sind nicht ausgefüllt, sie bleiben offen, durchlässig – wie die Gefühle, die sie ausdrücken.

Jede Figur verweist auf einen bestimmten emotionalen Zustand oder Moment. Die „Einlagerungen“, also symbolhafte Elemente, die in den Körperformen platziert oder eingefügt sind, laden zur Interpretation ein. Sie geben Hinweise – aber keine Antworten. Ist das Gefühl im Kopf verankert, im Herzraum, oder im Bauch? Handelt es sich um einen inneren Druck, ein Leuchten, eine Leere?

Die Bildsprache ist bewusst reduziert und auf das Ikonenhafte verdichtet. Der Betrachter wird nicht durch eine überladene Erzählung geführt, sondern angeregt, eigene Assoziationen zu entwickeln: Was sehe ich? Was spüre ich dabei? Was erinnert mich daran?

Die Titel und Anmutungen bewegen sich zwischen konkreten Redewendungen und offenen Metaphern – „schweren Herzens“, „ein Stein im Bauch“, „leicht wie Luft“, „frisch wie ein Fisch“. Es geht um das Wechselspiel zwischen Gefühl und Sprache, zwischen Innenwahrnehmung und äußeren Zeichen. Die Skulpturen funktionieren wie emotionale Spiegel – still, konzentriert, poetisch.

Mit „Gefühlskörper“ schaffe ich kleine stille Präsenzformen, die Gefühle nicht erklären, sondern sichtbar machen – als körpernahe Zustände, als Energien im Raum, als Momentaufnahmen des Menschseins.