Kunst in der Natur
Kunstweg Grüntal – Zwischen Naturbild und Wirklichkeit
Im Rahmen des Kultursommers Nordschwarzwald entstand der Kunstweg in Grüntal bei Freudenstadt. Auf einem Rundweg können über 40 Kunstinstallationen von den 4 Initiatoren Gloria und Jürgen Keller, Karin Hirschle und Hans-Hellmut Treeck betrachtet werden.
Bei meinen Arbeiten setze ich mich mit den Themen Natur konsumieren, Wahrnehmung und dem Leben in einer natürlichen und virtuellen Umgebung auseinander. Der Kunstweg in Grüntal bietet dafür einen außergewöhnlichen Resonanzraum: Ein Pfad durch die Landschaft, der selbst Teil des Werks wird – Bühne, Material und Mitspieler zugleich.
Meine installierten Objekte fügen sich bewusst nicht reibungslos ein. Sie sind Eingriffe, Zeichen, Fragmente – mal dezent, mal deutlich sichtbar. Ich arbeite mit natürlichen Fundstücken, aber auch mit Metall und digitalen Elementen. Diese Kontraste spiegeln unsere heutige Lebensrealität: Wir bewegen uns zwischen dem Wunsch nach Erdung und der ständigen Verfügbarkeit virtueller Welten.
Einige meiner Werke spielen mit dem Blick: Was sehen wir, wenn wir durch den Wald gehen? Was nehmen wir wahr – und was übersehen wir im Gewohnten? Formen, eingefügt in gewachsene Strukturen, brechen die Linie der Natur, ohne sie zu zerstören. Sie lenken den Fokus, setzen Pausen, geben der Umgebung neue Lesbarkeit.
Andere Installationen thematisieren das Konsumieren von Natur als ästhetisches Erlebnis. In einer Welt, in der selbst das Wandern oft durch die Smartphone-Linse stattfindet, stelle ich die Frage: Wann ist Natur noch Begegnung – und wann nur noch Kulisse?
Digitale Objekte, punktuell eingesetzt, erzeugen Spannungsmomente. Sie stehen im Kontrast zur gewachsenen Umgebung, wirken fast wie Fehler im System – und verweisen gerade dadurch auf die Überlagerung unserer Wahrnehmungsräume. Was leuchtet hier wirklich, und was flackert nur im Kopf?
Der Kunstweg Grüntal wird so zu einer Art gedanklicher Wegstrecke. Die Besucher:innen sind eingeladen, sich auf ein langsames Sehen einzulassen, auf das Lauschen zwischen den Dingen. Meine Arbeiten, ebenso wie die dr anderen Künstler*innen, wollen nicht erklären, sondern irritieren, öffnen, in Bewegung bringen.
Zwischen dem Greifbaren und dem Flüchtigen entsteht ein Raum der Reflexion – über unser Verhältnis zur Natur, zur Technik und zu uns selbst.
Der Kunstweg startet direkt am Atelier.